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	<title>Schlösser Archives - architectureinberlin.com</title>
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	<description>Architektur in Berlin</description>
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	<title>Schlösser Archives - architectureinberlin.com</title>
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		<title>Die wechselhafte Geschichte des Barockschloss Schönhausen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Architect]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 15 Sep 2020 10:09:23 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Schlösser]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Bildquelle: Von A.Savin (Wikimedia Commons · WikiPhotoSpace) &#8211; Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0. Kostümnachbildungen ertasten sehbeeinträchtigte und blinde Besucher mit den Händen, 350 Jahre Geschichte erfahren Hörgeschädigte auf Video Guides: Der Rundgang durch die 2009 eröffnete Dauerausstellung auf Schloss Schönhausen ist ein Musterbeispiel für barrierefreies Erleben von Kunst und Kultur. Lustschloss, Sommerresidenz und Präsidentensitz Auf den um 1680 noch weit vor den Toren Berlins gelegenen Ländereien Pankow und Niederschönhausen lässt Oberhofmarschall von Grumbkow ein Lustschlösschen erbauen. Architekt und Baumeister der dreiflügeligen Anlage mit zwei Obergeschossen ist J.A. Nering. Nach dem Tod Grumbkows geht das Schlösschen 1691 in kurfürstlichen und später königlichen Besitz über. Zwischenzeitlich als</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=33433669">Bildquelle: Von A.Savin (Wikimedia Commons · WikiPhotoSpace) &#8211; Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0.</a></p>
<p>Kostümnachbildungen ertasten sehbeeinträchtigte und blinde Besucher mit den Händen, 350 Jahre Geschichte erfahren Hörgeschädigte auf Video Guides: Der Rundgang durch die 2009 eröffnete Dauerausstellung auf Schloss Schönhausen ist ein Musterbeispiel für barrierefreies Erleben von Kunst und Kultur.</p>
<h2>Lustschloss, Sommerresidenz und Präsidentensitz</h2>
<p>Auf den um 1680 noch weit vor den Toren Berlins gelegenen Ländereien Pankow und Niederschönhausen lässt Oberhofmarschall von Grumbkow ein Lustschlösschen erbauen. Architekt und Baumeister der dreiflügeligen Anlage mit zwei Obergeschossen ist J.A. Nering. Nach dem Tod Grumbkows geht das Schlösschen 1691 in kurfürstlichen und später königlichen Besitz über. Zwischenzeitlich als Wohnung durch Hofbeamtenfamilie genutzt, verwahrlost das Schloss zunehmend. 1740 schenkt Preußenkönig Friedrich II. das Schloss seiner Ehefrau Elisabeth Christine als Sommerresidenz. Über 50 Jahre wird sie die Sommermonate ohne Gatten auf Schloss Schönhausen verbringen.</p>
<p>In den Jahren nach ihrem Tod ist das Schloss selten bewohnt und verfällt in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zunehmend. Erst zu Beginn des nachfolgenden Jahrhunderts sanieren zuerst der Freistaat Preußen und dann die Nationalsozialisten das Schloss aufwendig, es ist nun Ausstellungsort und Lager beschlagnahmter Kunstwerke. Den Zweiten Weltkrieg übersteht Schloss Schönhausen nahezu unbeschädigt. Gelegen in der damals russischen Besetzungszone nutzt es die Regierung der DDR als Amtssitz des einzigen Präsidenten Wilhelm Pieck und später als Gästehaus für hochrangige Staatsbesuche.</p>
<h2>Baugeschichtliche Entwicklung</h2>
<p>Bereits 1704 erweiterte <a href="https://www.morgenpost.de/printarchiv/immobilien/article102710715/Baumeister-fuer-Berlin-Johann-Friedrich-Eosander-von-Goethe.html">Baumeister und Architekt Eosander v. Göthe</a> den Kernbau im Norden und Süden um eingeschossige Flügel für größeren Wohnkomfort der herrschaftlichen Familie. Die konsequente Umwandlung in ein Rokoko Schlösschen begann mit der Schenkung an Königin Elisabeth Christine. Eingeschränkt finanzielle Mittel gestatten ihr nur eine langsame Gestaltung und Einrichtung von Schloss und Garten.</p>
<p>Nach den Verwüstungen durch russische Truppen im Siebenjährigen Krieg wird das Schloss 1764 zur heutigen Gestalt als Rechteckbau mit Walmdach umgebaut. Der königlich-preußische Oberbaudirektor Boumann d. Ä. schließt den einstigen Ehrenhof durch den Überbau eines Treppenhauses und stockt die Pavillons auf die Höhe des Haupthauses auf. Schloss Schönhausen hat nun eine Bruttogeschossfläche von 2.549 Quadratmetern.</p>
<p>Die Sanierung ab Ende der 20er Jahre des 20. Jahrhunderts umfasst das Dach, die Fußböden, die eingesackte Haupttreppe, Stuckdecken und Wände. Das Schloss erhält eine Heizung und wird an das Berliner Be- und Entwässerungssystem angeschlossen. Eine aus einem in Berlin abgerissenen Haus geborgene barocke Stuckdecke wird zusätzlich eingebaut.</p>
<p>Sichtbare Eingriffe erfährt das Schloss mit Übernahme durch die DDR Regierung. Das Gebäude wird um einen Garagenkomplex und einem Casino mit Kanzleigebäude erweitert. Die Fassade erhält 1983 einen für diese Zeit typischen Glaskröselputz, die schädliche Zusammensetzung führt in den Folgejahren zu einer Durchfeuchtung der Wände. Im Inneren führen die Umbauten zu Gästezimmern und Aufenthaltsräumen zu immer neuen Verlusten an der historischen Substanz.</p>
<h2>Wiederherstellung von Schloss und Garten</h2>
<p>2005 verfügt die <a href="https://www.architectureinberlin.com/bauforschung-im-schloss-charlottenburg/">Stiftung Preußische Schlösser und Gärten</a> die denkmalgerechte Sanierung des Schlosses. In der Erinnerung an die wechselhafte Geschichte werden nicht alle Räume nach historischem Original des späten 18. Jahrhunderts wiederhergestellt. Vielmehr gilt es, wesentliche Merkmale herauszuarbeiten, wie sie in den jeweiligen Zeiträumen typisch waren. Konservieren statt rekonstruieren lautet die Devise.</p>
<p>Für die Außengestaltung liegt das Augenmerk auf der Rückgewinnung der barocken Fassade. Auf der Gartenseite werden Reste des Originalputzes gefunden und gesichert, die anderen Flächen werden in historisch sanft ziegelroter Farbgestaltung mit dampfdurchlässigem Kalkputz versehen.</p>
<p>Im Schloss entdecken Restauratoren unter Wandbespannungen und neueren Farbschichten an vielen Stellen die ursprüngliche Gestaltung. Anhand von Inventarbüchern der Stiftung können Möbel, Tapeten und Gemälde <a href="https://kalliope-verbund.info/gnd/118575155">aus dem Besitz der preußischen Königin Luise</a> identifiziert, restauriert und an den ursprünglichen Ort eingebracht werden. Weitgehend erhalten sind bis heute der Festsaal im Stil des späten Rokoko, das Treppenhaus sowie einige der prächtigen Zimmer aus dem 17. und 18. Jahrhundert mit Stuckdecken, farbenfrohen Blumenmustertapeten und kostbaren Einrichtungsgegenständen.</p>
<p>Ein Teil des östlichen Obergeschosses präsentiert mit Gästeappartement sowie Kaminzimmer in kräftigen Farben und DDR Einrichtung die jüngste Geschichte des Schlosses, die <a href="https://www.havemann-gesellschaft.de/selbstdarstellung/">Selbstinszenierung der SED Diktatur</a> gegenüber Staatsgästen.</p>
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		<title>Bauforschung im Schloss Charlottenburg</title>
		<link>https://architectureinberlin.com/bauforschung-im-schloss-charlottenburg/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Architect]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 10 Aug 2020 09:46:56 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Schlösser]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Das als Wohnsitz der preußischen Königin Sophie Charlotte bekannte Schloss verzeichnet eine fast 100jährige Baugeschichte. Architekten und Baumeister wie J.A. Nering, Eosander von Göthe, G.W. von Knobelsdorff und C.G. Langhan errichteten das Schloss mit Orangerie und Park von 1695 bis 1791 im Stil des Barock, Rokoko und Klassizismus in mehreren Bauabschnitten. Im Zeitraum 2007 bis 2010 beauftragte die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg (SPSG) drei bauhistorischen Forschungen an Schlossfassaden, Küchenflügel und Kellergeschossen. Ziele waren die Dokumentation der Baugeschichte, das Aufzeigen konstruktiver Unterschiede der verschiedenen Bauzeiten und eine Bestandsaufnahme des derzeitigen baulichen Zustands. Neben Begehungen nutzten die Forscher des Fachgebiets Historische Bauforschung der TU Berlin</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Das als Wohnsitz der preußischen Königin Sophie Charlotte bekannte Schloss verzeichnet eine fast 100jährige Baugeschichte. Architekten und Baumeister wie J.A. Nering, Eosander von Göthe, G.W. von Knobelsdorff und C.G. Langhan errichteten das Schloss mit Orangerie und Park von 1695 bis 1791 im Stil des Barock, Rokoko und Klassizismus in mehreren Bauabschnitten.</p>
<p>Im Zeitraum 2007 bis 2010 beauftragte die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg (SPSG) drei bauhistorischen Forschungen an Schlossfassaden, Küchenflügel und Kellergeschossen. Ziele waren die Dokumentation der Baugeschichte, das Aufzeigen konstruktiver Unterschiede der verschiedenen Bauzeiten und eine Bestandsaufnahme des derzeitigen baulichen Zustands.</p>
<p>Neben Begehungen nutzten die <a href="http://bauforschung-denkmalpflege.de/">Forscher des Fachgebiets Historische Bauforschung der TU Berlin</a> den Archivalienbestand der Stiftung sowie weiterer Berliner Archive, analysierten historische Ansichten, Entwurfszeichnungen, Pläne und Grundrisszeichnungen von der Erbauungszeit an bis zu den Aufbauarbeiten nach den Zerstörungen des Zweiten Weltkrieges. Das so entstandene &#8222;Baugeschichtsprotokoll&#8220; ist nun Grundlage für den künftig anzuwendenden denkmalpflegerischen Leitfaden.</p>
<h2>Fassadengestaltung im klassischen Barock</h2>
<p>Entscheidende Veränderungen am Aussehen des bislang eher kleinen Kernbaus mit seinen zwei Risaliten und seitlichen Erweiterungen nahm während der zweiten Bauphase (1702 – 1713) der damalige Baumeister Eosander vor. Die Säulen am vorhandenen Bau ließ er abnehmen, die Köpfe und untersten Bauteile dieser Säulen setze er zur Gliederung der Nordfassade am Ost- und Westflügel wieder ein. Um 1800 ersetzten Brüstungen und Drehflügelfenster die bis dahin bis zum Boden reichenden Schiebefenster.</p>
<p>Ziel des Wiederaufbaus der durch den Zweiten Weltkrieg bis zu 60 % zerstörten Schlossanlage war die Wiederherstellung und Optimierung des barocken Erscheinungsbildes. Dazu gehörte neben der Errichtung einer figurenbesetzten Balustrade an der parkseitigen Fassade auch die Rückkehr zu den barocken Schiebefenstern.</p>
<p>Für die Farbe von Fassade und Dächern gibt es für das 17. und 18. Jahrhundert keine gesicherten Erkenntnisse. Auf den frühesten kolorierten Ansichten zeigen sich die Fassaden in zumeist hellen Ockertönen mit farblich abgesetzten Architekturgliedern und schwarzen Dächern. Für die Renovierung nach dem Zweiten Weltkrieg entschied man sich für eine einheitliche Farbgebung in einem hellen Gelb und Architekturgliedern in Hellgrau. Diese Farbgebung ist bis heute weitestgehend erhalten, lediglich die Ersetzung der damals verwendeten dunkelgrau-violetten durch rote Dachziegel verstärkt heute das barocke Erscheinungsbild.</p>
<h2>Anbau des Küchenflügels</h2>
<p>Der 1700/1701 als zusätzlicher Platz für Bedienstete, Keller und Küchen geschaffene östliche Wirtschaftsflügel war weniger aufwendig gestaltet und zunächst nicht mit dem Kernbau verbunden. Erst Eosander fügte die Gebäude in der zweiten Bauphase durch das Einbringen einer Gebäudeachse aneinander. Weiteres unterscheidendes Konstruktionsmerkmal sind die gemauerten Bögen der in dieser Zeit entstandenen Wände.</p>
<p>Der Küchenflügel wurde von den Weltkriegsbomben verschont, er diente in jenen Jahren als <a href="https://www.youtube.com/watch?v=n4-ucys1IWA">Luftschutzkeller</a>. Damit einhergehend wurden die Räume neu aufgeteilt, ein Teil der Decken durch Stahlträgerkonstruktionen ersetzt und ein Großteil der Fenster zugemauert. In den Nachkriegsjahren wurden eine Heizungseinlage und eine Diesel-Notstromanlage eingebaut sowie an der Ostseite eine Außentreppe erbaut.</p>
<h2>Kellernutzung seit Baubeginn</h2>
<p>Das Schloss ist seit der Errichtung teilweise unterkellert, die Nutzung und auch der Bauzustand haben sich mehrfach verändert. Für die Wände wurde in den unterschiedlichen Bauphasen <a href="https://www.heimwerker.de/mauersteine-im-ueberblick/">Natursteinmauerwerk und Ziegel</a> verwendet. Die hauptsächlich im Küchen- und Kavalierflügel vorhandenen Ziegelfußböden waren offensichtlich schon immer gepflastert, für den Bereich des Alten Schlosses fehlt dieser Nachweis. Hier geben die neben jüngeren Ziegelfußböden vorgefundenen Sandböden wahrscheinlich den Erstzustand wieder. Die Deckenkonstruktion hat sich verändert und stimmt mit dem heutigen Bestand nur noch teilweise überein. Die Untersuchungen belegen eindeutig, in welchen Räumen älterer Bestand zu finden und wo nachträglich Decken und Gewölbe wegen Umnutzung als Weinkeller oder Luftschutzbunker, Stützung von Neuaufbauten oder Schäden eingezogen wurden.</p>
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